Home > Allgemein > Angst, Blackout, viele Mädchen und Verteidigung

Selbstverteidigung als Kampfsport? Dieses und weitere Missverständnisse haben wir für euch geklärt. Damit sind die Zeiten der hilflosen Single-Mädchen vorbei.

Angst, Blackout, viele Mädchen und Verteidigung

Von Ella Toepfer und Meret Ruoss

„Jeder hat schon einmal kleine Grenzüberschreitungen erlebt“, sagen Zora und Emily, die beiden Leiterinnen aus dem neuen Fiescher Selbstverteidigungskurs für Mädchen. Die beiden üben schon seit ihrer Kindheit den Sport Selbstverteidigung aus und finden es wichtig, dass sich junge Mädchen selbst schützen können. Eines ihrer Ziele sei es, ihnen beizubringen, sich ohne Gewalt aus einer schwierigen Situation befreien zu können. Dieser Sport sei kein Kampfsport wie Kung Fu oder Karate, sondern es gehe den Mädchen darum, durch ihre Ausstrahlung und ihr Auftreten selbstbewusst und stark zu wirken. Sollten sie jedoch mit Gewalt angegriffen oder bedrängt werden, könnten sie sich nach diesem Kurs mit verschiedenen Techniken und Handgriffen verteidigen. „Es ist wichtiger, dass man etwas macht, nicht was man macht“, so Emily. Ihre Mitleiterin Zora ergänzt, dass es zu jedem Problem eine Lösung gebe und manchmal brauche es nur einen kleinen, aber entscheidenden Schritt.

Die meisten Mädchen im Kurs wollen sich sicherer fühlen und lernen sich zu verteidigen. „Der Kurs ist cool und abwechslungsreich gestaltet. Wir lernen hier, uns selbst zu verteidigen, indem wir verschiedene Befreiungen aus gewissen Griffen üben und auch schwierige Themen besprechen wie zum Beispiel unsere Ängste und Grenzen.“ Auf die Frage, was ihre grösste Angst in einer echten Situation wäre, antworten sie sehr unterschiedlich. „Ich hätte Angst, dass ich in Panik geraten würde und nicht mehr wüsste, wie ich mich wehren soll“, sagt eine Teilnehmerin. Eine Andere: „Ich hätte Angst, dass mein Angreifer eine Pistole hätte, weil man dagegen ziemlich wehrlos ist.“ Und eine Dritte fürchtet sich davor, ein Blackout zu haben und alles zu vergessen.

Das Wichtigste aber sei, so die beiden Leiterinnen, dass man sich für sich selbst einsetzt und nie aufgibt.

weitere spannende Artikel in unser Ausgabe vom Freitag